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Chamäleonpigment vs. traditioneller Perlglanz: Worin liegt der Unterschied?

Chamäleonpigment vs. traditioneller Perlglanz: Worin liegt der Unterschied?

Jul 22, 2026
Jerry Wang

Autor

Bei Kolortek arbeiten wir mit globalen Partnern zusammen, um innovative Pigmentlösungen zu entwickeln, die den sich wandelnden Marktanforderungen gerecht werden. Dank fortschrittlicher Fertigungstechnologien und strenger Qualitätskontrollen zeichnen sich unsere Produkte durch Beständigkeit, Leistungsfähigkeit und dauerhafte Zuverlässigkeit aus.

Jerry Wang

 

Wenn es um dieChamäleon vs. PerlmuttDer grundlegende Unterschied liegt in der Debatte um Bewegung versus Stillstand. Traditionelle Perlglanzpigmente erzeugen durch eine einfache Interferenzschicht einen leuchtenden, statischen Schimmer – schön, zuverlässig und kostengünstig. Chamäleonpigmente hingegen nutzen präzise entwickelte, mehrschichtige Interferenzschichten, um einen dramatischen, winkelabhängigen Farbwechsel zu erzeugen.Chamäleonpigment FührungUnverzichtbare Lektüre für jeden Formulierer oder Einkaufsmanager, der zwischen den beiden Optionen entscheiden muss. Die Wahl der richtigen Option ist eine der wichtigsten Entscheidungen in der Branche.Beschaffung von Effektpigmenten— Wenn Sie es richtig machen, wird Ihr Produkt begeistern; wenn Sie es falsch machen, haben Sie einen Aufpreis für einen Effekt bezahlt, der auf dem falschen Untergrund verschwindet.


Wichtigste Erkenntnisse

  • Traditionell PerlglanzpigmenteDurch die Interferenz von TiO₂-Dünnschichten wird ein einziger dominanter Farbton erzeugt – die Farbe ist unabhängig vom Betrachtungswinkel konstant, was sie zum Rückgrat von Verpackungen, allgemeinen Kosmetika und industriellen Beschichtungen macht.
  • Chamäleonpigmente(goniochromatische Pigmente) beruhen auf 3 bis 7 abwechselnden Metalloxidschichten, um die Farbe mit der Änderung des Betrachtungswinkels zu verändern – ein Duochrom wechselt zwischen 2 Farbtönen, während ein Multichrom 3 oder mehr Farbtöne durchlaufen kann.
  • Die Farbe des Untergrunds ist für Chamäleon-Effekte unabdingbar:Das Phänomen des Farbwechsels erfordert einen dunklen oder schwarzen Hintergrund. Auf weißen oder hellen Untergründen verblasst der dramatische Farbwechsel zu einem subtilen, oft enttäuschenden Schleier.
  • Der Preis spiegelt die Komplexität wider:Traditionelle Perlglanzpigmente können bei der Massenproduktion nur wenige Dollar pro Kilogramm kosten, während Chamäleonpigmente aufgrund der präzisen Herstellung mittels Mehrschichtabscheidung einen deutlichen Aufpreis erzielen.
  • Nachhaltigkeit verändert beide Kategorien:Der Druck in Richtung ethischer Beschaffung beschleunigt den Wandel hin zu synthetischen Glimmersubstraten, und die EU-Einstufung von TiO₂ als krebserregend für die Inhalation (Kategorie 2 gemäß CLP) treibt die Nachfrage nach TiO₂-freien Alternativen bei beiden Pigmenttypen an.

Die Wissenschaft verstehen: Wie die einzelnen Pigmente funktionieren

Traditionelle Perlglanzpigmente: Kontrollierte Interferenz, Schicht für Schicht

Ein traditionelles Perlglanzpigment ist konzeptionell täuschend einfach und in der Ausführung bemerkenswert präzise. Im Kern besteht es aus einem flachen, transparenten Plättchensubstrat – meist natürlichem Glimmer, synthetischem Glimmer (Fluorphlogopit), Borosilikatglas, Aluminiumoxid oder Siliciumdioxid – das mit einer dünnen, gleichmäßigen Schicht eines Metalloxids mit hohem Brechungsindex, vorwiegend Titandioxid (TiO₂) oder Eisenoxid (Fe₂O₃), beschichtet ist.

Die wahrgenommene Farbe entsteht nicht durch Farbstoff- oder Pigmentabsorption. Sie beruht auf reiner optischer Physik: Interferenz in mehreren Dünnschichten. Trifft Licht auf die TiO₂-Beschichtung, werden einige Wellenlängen an der Oberfläche reflektiert, während andere die Beschichtung durchdringen und am darunterliegenden Substrat reflektiert werden. Diese beiden reflektierten Strahlen verstärken sich entweder (konstruktive Interferenz, wodurch eine intensive Farbe entsteht) oder löschen sich gegenseitig aus (destruktive Interferenz). Die entscheidende Variable ist die Schichtdicke. In unserem Labor stellen wir diese mit Nanometerpräzision her: Eine TiO₂-Schicht von etwa 120 nm erzeugt eine goldene Interferenzfarbe; erhöht man die Dicke auf etwa 200 nm, verschiebt sich die Reflexion ins Blaue. Dieser Zusammenhang zwischen physikalischer Dicke und wahrgenommener Farbe ist der Grund, warum die Chargenkonsistenz eine so strenge Prozesskontrolle erfordert – eine Abweichung von 10 nm kann den Farbton sichtbar verändern.

Das Ergebnis ist ein leuchtender, einfarbiger Schimmer. Er fängt das Licht wunderschön ein. Seine Farbe ändert sich jedoch nicht, wenn man sich um ihn herum bewegt.

Chamäleonpigmente: Mehrschichtige Farbschichten und der goniochromatische Effekt

Chamäleonpigmente – auch Farbwechselpigmente oder goniochromatische Pigmente genannt – basieren auf dem gleichen Grundprinzip der Dünnschichtinterferenz, weisen aber einen entscheidenden architektonischen Unterschied auf: Anstelle einer einzigen Beschichtungsschicht verwenden sie einen präzise konstruierten Stapel abwechselnder Schichten, typischerweise kombiniert aus TiO₂, Fe₂O₃ und Siliciumdioxid-Abstandsschichten in Sequenzen von 3 bis 7 verschiedenen Beschichtungen.

Hier ist die Erkenntnis, die viele Formulierer überrascht, die zum ersten Mal mit Chamäleonpigmenten arbeiten: Der Farbwechsel ist kein Trick des Farbstoffs, sondern ein geometrisches Phänomen. Mit dem Betrachtungswinkel ändert sich die effektive optische Weglänge durch den mehrschichtigen Aufbau. Unterschiedliche Weglängen führen zu konstruktiver Interferenz bei verschiedenen Wellenlängen. Das Ergebnis: Das Pigment zeigt buchstäblich eine andere dominante Farbe, je nachdem, ob man es frontal oder schräg betrachtet. Unsere KT-9000 Magic Chameleon Serie macht sich dieses Prinzip genau zunutze. Eine Duochrom-Variante (3–5 Schichten) wechselt zwischen zwei Farben – beispielsweise von Grün zu Violett. Eine Multichrom-Variante (5–7 Schichten) kann je nach Betrachtungswinkel drei oder mehr Farben durchlaufen – von Gold über Grün zu Blau.

Das ist es, was ein Chamäleonpigment von einer Perle unterscheidet, die lediglich „in unterschiedlichem Licht anders aussieht“. Ein gut formulierter Chamäleoneffekt ist ein eindeutiger, dramatischer Farbübergang – einer, der sich kontinuierlich verändert, wenn sich das Objekt dreht oder sich der Betrachter bewegt.

 

chameleon vs pearlescent


Der entscheidende praktische Unterschied: Die Substratfarbe verändert alles.

Einer der häufigsten und kostspieligsten Fehler beim Vergleich von Chamäleon-Perlglanzpigmenten ist, dass ein Formulierer ein Chamäleon-Pigment auf einer weißen Farbkarte testet und fälschlicherweise annimmt, der Farbwechsel sei schwach oder gar nicht vorhanden. Nicht das Pigment ist das Problem, sondern der Untergrund.

Herkömmliche Perlglanzpigmente sind relativ unempfindlich. Ihr Schimmer ist sowohl auf hellem als auch auf dunklem Hintergrund sichtbar, da die dominante Interferenzfarbe auf den meisten Untergründen ausreichend Kontrast aufweist. Chamäleonpigmente funktionieren grundlegend anders. Der Farbwechseleffekt beruht darauf, dass der Untergrund das durchgelassene Licht absorbiert, anstatt es zu streuen. Auf einem schwarzen oder sehr dunklen Untergrund erreicht das Auge nur die reflektierte Interferenzfarbe – und mit der Änderung des Einfallswinkels ist der Farbwechsel deutlich sichtbar. Auf einem weißen Untergrund reflektiert die weiße Basis alle Wellenlängen durch die Pigmentschicht zurück, wodurch der Winkelkontrast verloren geht und der goniochromatische Effekt zerstört wird.

Dies ist keine Einschränkung, die nur für Kolortek-Produkte gilt – es ist eine physikalische Gegebenheit der Mehrschichtinterferenz. Bei der Spezifizierung eines Chamäleon-Pigments für eine Anwendung muss die erste Frage stets lauten: „Welche Farbe hat der Untergrund?“ Individuelle Lackierungen im Automobilbereich erfordern üblicherweise eine schwarze Grundierung. Dies ist einer der Gründe, warum dieses Segment zum wichtigsten Markttreiber für die Chamäleon-Technologie geworden ist. Bei kosmetischen Anwendungen – gepressten Lidschatten, Nagelgelen, Speziallippenprodukten – muss der Formulierer die Matrix von Anfang an unter Berücksichtigung dieser Untergrundanforderung entwickeln.


Wo welcher Pigmenttyp seine Stärken hat: Anwendungen nach Segment

Klassischer Perlglanz: Volumen, Vielseitigkeit und Wert

Der globale Markt für Effektpigmente wird voraussichtlich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 5–7 % wachsen. Traditionelle Perlglanzpigmente bleiben das mengenmäßig dominierende Segment, insbesondere in der Kunststoffindustrie (Verpackungen, Gebrauchsgüter), bei allgemeinen Industrielacken und in Kosmetikprodukten für den Massenmarkt. Ihre Vielseitigkeit ist unübertroffen: Sie sind kompatibel mit Acrylaten, Polyurethanen, Epoxiden und wasserbasierten Systemen und decken ein Partikelgrößenspektrum von 1 µm (seidenmattes, satiniertes Finish) bis 250 µm und darüber hinaus (kräftiger, reflektierender Glanz) ab. Die empfohlenen Dosierungen variieren stark – von 0,5 % für einen dezenten kosmetischen Schimmer bis hin zu 40 % oder mehr für Spezialbeschichtungen.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass „perlmuttartig“ nur einen sanften, blassen Schimmer bedeutet. Tatsächlich erzeugen Perlmuttpartikel in Beschichtungsqualität im Bereich von 60–100 µm intensive, hochpigmentierte, metallisch anmutende Effekte. Der Effekt ist statisch, aber bei Wahl der richtigen Partikelgröße alles andere als dezent.

Chamäleonpigmente: Premium-Nischen, in denen die Bewegung die Kosten rechtfertigt

Die kommerziellen Vorteile von Chamäleonpigmenten liegen auf der Hand: In bestimmten Anwendungsbereichen rechtfertigt der Farbwechseleffekt einen Preisaufschlag im Endprodukt, der die höheren Rohstoffkosten deutlich übersteigt. Automobil-Erstausrüstung und Speziallackierungen, hochwertige Kosmetik (insbesondere im Bereich Augen- und Nagelpflege), Luxusverpackungen für Spirituosen und Parfums sowie Sicherheitsdruck sind die Hauptabnehmer dieser Pigmente. Die KT-9000-Serie von Kolortek zielt genau auf diese Segmente ab und bietet ein Multichrom-Sortiment, das mit etablierten europäischen Produkten zu einem attraktiveren Preis für mittelständische und aufstrebende Marken konkurriert.


Chamäleon vs. Perlmutt: Ein umfassender Vergleich auf einen Blick

BesonderheitTraditioneller Perlmutt-SchimmerChamäleon (Farbreise)
Visueller EffektStatischer Glanz, einfarbiger, dominanter FarbtonDynamische Farbverschiebung in Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel
Optischer MechanismusEinzelne oder einfache TiO₂/Fe₂O₃-InterferenzschichtMehrschichtsystem (TiO₂ + Fe₂O₃ + SiO₂, 3–7 Schichten)
SubstratanforderungenHelle oder dunkle Untergründe – flexibelDunkler/schwarzer Untergrund für volle Wirkung unerlässlich
Partikelgrößenbereich1–250+ μm5–250 μm
Gemeinsame SubstrateNatürlicher Glimmer, synthetischer Glimmer, Borosilikat, Aluminiumoxid, KieselsäureVorwiegend natürlicher Glimmer (KT-9000-Serie)
Wichtigste AnwendungsbereicheKunststoffe, Industrielacke, Kosmetik, VerpackungenIndividuelle Fahrzeuglackierungen, Luxuskosmetik, Sicherheitsdruck
PreisBreites Spektrum; kosteneffektiv im großen MaßstabPremium – spiegelt die Komplexität der mehrschichtigen Abscheidung wider
Mischen mit AbsorptionspigmentenÜblich und unkompliziertMit transparenten Farbstoffen lässt sich der Schaltbereich anpassen.
Überlack empfohlen?AnwendungsabhängigImmer empfehlenswert für Automobil-/Beschichtungsanwendungen
ScherempfindlichkeitHohe Scherkräfte vermeiden (Risiko von Thrombozytenfrakturen).Hohe Scherkräfte vermeiden (Integrität der Schichtstruktur).

Experteneinblicke: Was wir bei Fehlern von Entwicklern beobachten – und wie man sie vermeiden kann

Bei Kolortek, wo wir seit über zwei Jahrzehnten sowohl traditionelle Perlglanzpigmente als auch Chamäleonpigmente an Kunden aus der Automobil-, Kosmetik- und Industriebranche liefern, haben wir zwei wiederkehrende Formulierungsfehler beobachtet, die die Ergebnisse konsequent beeinträchtigen – einen für jeden Pigmenttyp.

Für Chamäleonpigmente:Der häufigste Fehler ist der sogenannte „Weißkartentest-Fehler“. Ein Einkaufsleiter oder F&E-Chemiker erhält eine Probe unseres KT-9000 Multichrom-Pigments, gibt sie in eine weiße Kosmetikbasis oder trägt sie auf eine weiße Testkarte auf und meldet, dass die Farbveränderung „kaum sichtbar“ sei. Die Beobachtung ist zwar richtig, aber die Schlussfolgerung ist falsch. Wir empfehlen daher immer, Chamäleon-Pigmente zunächst auf einer schwarzen Farbkarte oder einem schwarzen Masterbatch zu testen. Wenn wir Kunden diesen Wechsel im Rahmen des technischen Supports erklären, ist die Reaktion stets eine unmittelbare und ehrliche Überraschung. Dasselbe Pigment, das auf Weiß flach wirkte, entfaltet auf Schwarz ein lebendiges, intensives Farbspiel.

Für traditionelle Perlglanzpigmente:Hohe Scherkräfte beim Mischen sind der heimliche Feind des Perlglanzeffekts. Ein Kunde eskalierte eine Qualitätsreklamation, da unser Perlglanzpigment in seinem spritzgegossenen Kunststoffbauteil seinen Glanz verloren hatte. Nach Überprüfung der Prozessparameter stellte sich heraus, dass die Ursache in einer Kombination aus Schneckendrehzahl und Gegendruck lag, die die Plättchenstruktur des Pigments zerstörte. Perlglanzpigmente erzielen ihren Effekt durch große, flache, spiegelglatte Plättchen. Werden diese Plättchen in kleinere, unregelmäßige Fragmente zerbrochen, bricht die Interferenzwirkung zusammen und das Ergebnis wirkt kreidig statt leuchtend. Die Lösung: Scherkräfte reduzieren, das Pigment so spät wie technisch möglich zugeben und für Kunststoffanwendungen ein Masterbatch-Verfahren in Betracht ziehen, bei dem der Compoundierer die Dispersionsbedingungen genauer kontrollieren kann.

Ein weiterer praktischer Hinweis zur Chamäleon-Formulierung: Die Zugabe eines geringen Anteils transparenten Absorptionspigments – beispielsweise eines transparenten Rots oder Blaus – zu einer Chamäleon-Basis kann den scheinbaren Farbwechselbereich gezielt einschränken oder verschieben. So lässt sich die Ausgangsfarbe des Farbwechsels anpassen, ohne den goniochromatischen Effekt zu beeinträchtigen. Dies ist ein wirkungsvolles Mittel, um eine Zielfarbe exakt zu erreichen und gleichzeitig den Farbwechseleffekt zu erhalten. Es zählt zu den anspruchsvolleren Formulierungstechniken, die einem erfahrenen Produktentwickler zur Verfügung stehen.


Lieferantenauswahl: Was neben dem Muster zählt

Ob Sie nun traditionelle Perlglanz- oder Chamäleonpigmente beziehen, die Auswahl des Pigmentlieferanten verdient dieselbe Sorgfalt wie bei jedem anderen wichtigen Rohstoff. Der Markt für Effektpigmente umfasst etablierte europäische Unternehmen – Merck KGaA mit seinen Produktportfolios Iriodin® und Colorstream® sowie BASF mit der Lumina®-Reihe für die Automobilindustrie – neben einer wachsenden Zahl asiatischer Hersteller, die kostengünstige Alternativen anbieten.

Für Einkaufsmanager, die Alternativen zu etablierten europäischen Lieferanten in Betracht ziehen, stellen sich folgende praktische Fragen: Kann der Lieferant eine Querverweisliste bereitstellen? Bietet er sowohl natürliche als auch synthetische Glimmersubstrate an und ermöglicht so Flexibilität bei ethischen Beschaffungsanforderungen? Unterstützt er OEM-Farbanpassung oder Private Labeling? Kolortek bietet Formulierern, die den Wechsel vollziehen, eine direkte Umstellungsanleitung für Iriodin® auf Kolortek. Unser Portfolio umfasst beide Substrattypen: natürlichen Glimmer für kostensensible Anwendungen und synthetischen Glimmer (Fluorphlogopit) für Marken mit Clean-Beauty- oder Konfliktmineralien-Richtlinien.

Im regulatorischen Bereich beeinflussen zwei Faktoren die Beschaffungsentscheidungen für beide Pigmenttypen. Erstens führt die EU-CLP-Einstufung von TiO₂ als potenziell krebserregend beim Einatmen (Kategorie 2) zu einer signifikanten Nachfrage nach TiO₂-freien Effektpigmentalternativen – insbesondere in Kosmetikanwendungen, wo die Handhabung von staubigen Pulvern üblich ist. Zweitens beschleunigt die EU-Beschränkung für Mikroplastik die Entwicklung biologisch abbaubarer Alternativen für Anwendungen mit Glitzerpartikeln. Dies sind keine fernen regulatorischen Bedenken – sie führen zu aktuellen Spezifikationsänderungen in den Formulierungsanforderungen der Hersteller.


Häufig gestellte Fragen: Chamäleon- vs. Perlglanzpigmente

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Chamäleonpigment und einem Perlglanzpigment?

Ein Perlglanzpigment erzeugt durch eine dünne Interferenzschicht auf einem plättchenförmigen Substrat einen statischen, einfarbigen Schimmer. Ein Chamäleonpigment hingegen nutzt einen mehrschichtigen Interferenzstapel (3–7 alternierende Metalloxidschichten), um einen goniochromatischen Effekt zu erzielen – die wahrgenommene Farbe ändert sich dramatisch mit dem Betrachtungswinkel. Der grundlegende visuelle Unterschied liegt in der Statik versus der Dynamik: Perlglanzpigmente schimmern, Chamäleonpigmente bewegen sich.

Können Chamäleonpigmente auf einem weißen Untergrund verwendet werden?

Technisch gesehen ja, aber der Farbwechseleffekt wird stark abgeschwächt oder ist gar nicht sichtbar. Chamäleonpigmente benötigen einen dunklen oder schwarzen Untergrund, um ihre volle Wirkung zu entfalten – der dunkle Hintergrund absorbiert das durchgelassene Licht, sodass nur die winkelabhängige Interferenzfarbe den Betrachter erreicht. Auf weißen Untergründen überwiegt das rückgestreute Licht den Winkelkontrast, und der Farbwechseleffekt geht verloren. Chamäleonpigmente sollten daher immer auf dunklen Untergründen aufgetragen werden.

Wie viele Farbwechsel erzeugt ein Chamäleonpigment, und was bestimmt den Bereich der Farbwechsel?

Duochrome Chamäleonpigmente (3–5 Beschichtungsschichten) erzeugen einen Farbwechsel um zwei Farben – beispielsweise von Grün nach Violett. Multichrome Varianten (5–7 Schichten) können Farbwechsel um drei oder mehr Farben ermöglichen, etwa von Gold über Grün nach Blau. Anzahl und Abfolge der Farbübergänge werden durch die spezifische Kombination der Schichtdicken von TiO₂, Fe₂O₃ und SiO₂ im Interferenzstapel bestimmt – ein Zusammenhang, der durch die Physik optischer Dünnschichten vorgegeben ist.

Warum sind Chamäleonpigmente teurer als herkömmliche Perlglanzpigmente?

Chamäleonpigmente erfordern die präzise Abscheidung mehrerer abwechselnder Beschichtungsschichten mit jeweils kontrollierter Dicke im Nanometerbereich. Jede zusätzliche Schicht erhöht die Komplexität des Prozesses, den Zeitaufwand und das Risiko der Defektbildung im gesamten Schichtstapel. Traditionelle Perlglanzpigmente benötigen hingegen eine einzige, genau kontrollierte TiO₂- oder Fe₂O₃-Beschichtung, was ein vergleichsweise einfacheres und schnelleres Herstellungsverfahren darstellt. Der höhere Preis für Chamäleonpigmente spiegelt direkt die technische Herausforderung des mehrschichtigen Aufbaus wider.

Kann ich von einem Merck Colorstream- oder Iriodin-Produkt auf ein gleichwertiges Kolortek-Produkt umsteigen, und wie kann ich die gleiche Wirkung erzielen?

Ja – Kolortek bietet eine direkte Querverweisliste, die Iriodin® und ausgewählte Colorstream®-Farben den entsprechenden Kolortek-Produktreihen, einschließlich der KT-9000 Magic Chameleon-Reihe, zuordnet. Am zuverlässigsten ist es, Vergleichsmuster auf Ihrem spezifischen Substrat und Harzsystem anzufordern, da goniochromatische Effekte je nach Schichtaufbau und Substratfarbe unterschiedlich wahrgenommen werden können. Unser technisches Team unterstützt Sie gerne bei der Formulierung, um ein vergleichbares visuelles Ergebnis zu wettbewerbsfähigeren Kosten zu erzielen.

Gibt es TiO₂-freie Alternativen für Perlglanz- und Chamäleonpigmente, und warum ist das für kosmetische Anwendungen wichtig?

Ja, es gibt TiO₂-freie Alternativen für beide Pigmenttypen, die zunehmend in Kosmetikformulierungen eingesetzt werden. Die EU-CLP-Verordnung stuft TiO₂ als potenziell krebserregend bei Inhalation (Kategorie 2) ein, was regulatorischen Druck auf Kosmetikprodukte in Pulverform ausübt, bei denen Staubbelastung auftritt. TiO₂-freie Effektpigmente verwenden typischerweise alternative Beschichtungen mit hohem Brechungsindex, um Interferenzfarben zu erzeugen, wobei die Helligkeit zugunsten der Einhaltung der Vorschriften reduziert wird. Kolortek bietet TiO₂-freie Optionen in seinem Portfolio für Marken mit diesen Spezifikationsanforderungen an.


Fazit:Chamäleon- und traditionelle Perlglanzpigmente sind keine konkurrierenden Varianten desselben Produkts – sie sind grundlegend unterschiedliche Werkzeuge für verschiedene visuelle Effekte. Perlglanz bietet Konsistenz, breite Kompatibilität und Kosteneffizienz. Chamäleon hingegen erzeugt Dramatik, Bewegung und eine Premium-Positionierung, die die Wahrnehmung eines fertigen Produkts in der Hand oder im Regal grundlegend verändern kann. Dieses Verständnis bereits in der Spezifikationsphase – vor der Prototypenerstellung und der Festlegung des Substrats – ist der entscheidende Faktor, der eine erfolgreiche Anwendung von Effektpigmenten von einer kostspieligen Neuformulierung unterscheidet. Genau diese Beratung bieten wir bei Kolortek vom ersten technischen Gespräch an.

Entdecken Sie die gesamte KT-9000 Magic Chameleon Serie und unser komplettes Portfolio an Perlglanzpigmenten, um den richtigen Effekt für Ihre Anwendung zu finden – oder wenden Sie sich an unser technisches Team, um substratspezifische Empfehlungen und Unterstützung bei der Querverweissuche zu erhalten.

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