

Epoxidharz hat sich in den letzten Jahren zu einem der vielseitigsten Mal- und Bastelmaterialien entwickelt – von Flusstischen und Schmuckguss bis hin zu Wandpaneelen, Serviertabletts und dekorativen Geoden. Das Material ist klar, selbstnivellierend und nach dem Aushärten chemisch inert, wodurch es sich hervorragend als Träger für eine breite Palette von Farbstoffen eignet. Allerdings lassen sich nicht alle Pigmente optimal verarbeiten. Die Kombination aus hoher Viskosität (vor dem Aushärten), langer Offenzeit, exothermen Aushärtungsreaktionen und der letztendlichen Oberflächenklarheit stellt die Formulierung vor echte Herausforderungen, die vor dem Mischen unbedingt verstanden werden sollten.
Diese Seite beschreibt, was bei der Auswahl und Verwendung tatsächlich funktioniert.Pigmente für Harzkunst— einschließlich der Frage, welche Pigmentarten am besten für das jeweilige Medium geeignet sind, wie sie sich während der Verarbeitung verhalten und wo Kompromisse bestehen.
Epoxidharze für Kunst und Handwerk bestehen typischerweise aus zwei Komponenten: einem Bisphenol-A-basierten Harz und einem Amin- oder cycloaliphatischen Härter. Die Verarbeitungsviskosität vor der Aushärtung liegt je nach Zusammensetzung zwischen 500 und 3000 cP. Dadurch ergibt sich ein Verarbeitungsfenster von in der Regel 20 bis 45 Minuten, in dem die Pigmente vollständig dispergiert werden müssen.
Anders als bei lösemittelbasierten Beschichtungen beruht die Aushärtung nicht auf Verdunstung. Die Polymerisationsreaktion erzeugt Wärme, die bei dickeren Gussschichten erheblich sein kann. Bestimmte Pigmente – insbesondere solche mit organischen Farbstoffkomponenten oder lösemittelempfindlichen Trägerstoffen – können unter diesen Bedingungen Farbveränderungen oder -wanderungen zeigen. Dies ist ein Grund dafür, dass oberflächenbehandelte anorganische Pigmente bei Tiefguss-Epoxidharzanwendungen in der Regel bessere Ergebnisse liefern als farbstoffbasierte Farbmittel.
Die Dispergierung erfolgt üblicherweise durch manuelles Mischen oder mit einem Niedrigscher-Mischer vor der Zugabe zur Harz-Härter-Mischung. Feinpartikelpigmente (unter 25 µm) dispergieren sich in der Regel leichter und verringern das Risiko sichtbarer Agglomerate in einer transparenten Matrix. Gröbere Glitzerpartikel und Flocken werden nach dem Mischen hinzugefügt und bewusst teilweise beweglich gelassen, um Schicht- oder Schwebeeffekte zu erzielen – dies ist ein erwünschter Effekt, kein Mangel.

Die Bandbreite der mit Epoxidharz erzielbaren Effekte ist groß, und verschiedene Pigmentarten dienen ganz unterschiedlichen Gestaltungszwecken. Nachfolgend eine praktische Übersicht:
| Pigmenttyp | Effekt / Anwendungsfall | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Perlmutt-/Glimmerbasis (z. B. KT 100–500-Serie) | Metallischer Schimmer, Perlglanz, Interferenzfarben | Am häufigsten verwendet in der Harzkunst; ausgezeichnete Kompatibilität, geringes Ausbluten |
| Chamäleon / Farbwechsel (KT Chameleon, Chromashift, Chromaflakes) | Winkelabhängige Farbverschiebung | Eignet sich gut für dünne Güsse und Oberflächenschichten; die Ausrichtung ist wichtig. |
| Holografische Pigmente / Glitzer | Regenbogenfarbenes Funkeln, prismatische Dispersion | Glitzer auf PET-Basis schwimmt gut; holografische Pigmente integrieren sich gleichmäßiger. |
| Fluoreszierende Pigmente | Hochintensive Farbe, UV-reaktiv | Harzverträgliche Sorten werden bevorzugt; auf Aminempfindlichkeit prüfen. |
| Leuchtet im Dunkeln | Photolumineszenzeffekt nach UV-/Tageslichtbestrahlung | Erfordert eine ausreichende Beladung (typischerweise 5–15 %) für eine sichtbare Leuchtdauer. |
| Thermochrome Pigmente | temperaturaktivierter Farbwechsel | Anwendung in Systemen mit geringer Exothermie; Reaktionen bei hohen Gießtemperaturen können die Farbleistung beeinträchtigen. |
| Aluminiumpulver / Spiegelflocken | Spiegelglanz, metallische Tiefe | Hohe visuelle Wirkung; das Schwimm- oder Sedimentationsverhalten hängt von der Partikelgröße ab |
| Glitzer (Standard, Sonderformen, biologisch abbaubar) | Dekorativer Glanz, Formakzente | Nach dem Mischen hinzugefügt; Formglitter (Sterne, Herzen) werden oft in den obersten Schichten verwendet. |
| 3D-Magnetpigmente / Katzenaugenpuder | Magnetische Musterung, optischer Katzenaugeneffekt | Erfordert verlängerte Offenzeit oder Dünnschichtapplikation zur Mustersteuerung |
| Aurora / Multicolor / DreamStar-Serie | Komplexes Schimmern, Irisieren aus verschiedenen Blickwinkeln | Starker visueller Charakter; eignet sich gut als Akzentpigmente anstatt als Grundfarben |
UV-Stabilität:Epoxidharz neigt selbst unter UV-Licht zur Vergilbung – dies ist eine Einschränkung des Substrats, nicht der Pigmente. Die Wahl von Pigmenten mit guter UV-Beständigkeit (typischerweise anorganische Perlglanzpigmente und Metallic-Flakes) verhindert jedoch, dass der Farbeffekt unabhängig davon nachlässt. Fluoreszierende Pigmente und bestimmte organische Farbstoffe verblassen unter längerer UV-Bestrahlung unabhängig vom Medium schneller.
Blutverlust und Migration:Farbstoffbasierte Farbmittel können in einem nicht ausgehärteten Harzsystem wandern, insbesondere bei flüssigen Gießverfahren. Oberflächenbehandelte Glimmerpigmente zeigen minimales Ausbluten. Bei mehrschichtigen Güssen mit Farbgrenzen ist das Ausbluten der Pigmente ein echtes Problem – verwenden Sie daher anorganische oder oberflächenbehandelte Pigmente für eine sauberere Abgrenzung.
Exothermieempfindlichkeit:Thermochrome Pigmente reagieren am empfindlichsten auf Verarbeitungstemperaturen. In dicken Epoxidharz-Gießmassen können die Innentemperaturen während des Aushärtens 60–80 °C erreichen. Dies kann die Farbwechselpigmente vorübergehend oder dauerhaft aktivieren bzw. verändern, wenn sie nicht für diesen Temperaturbereich ausgelegt sind. Dünne Gießmassen oder Oberflächenbeschichtungen sind für thermochrome Pigmente sicherer.
Klarheit vs. Opazität:Perlglanzpigmente auf Glimmerbasis erhalten eine gewisse Transparenz im fertigen Produkt, was gut zur natürlichen Tiefe des Harzes passt. Deckende Pigmente (wie Weiß, Schwarz oder stark metallische Farben) blockieren die Lichtdurchlässigkeit, was je nach Anwendung erwünscht sein kann oder nicht – ein Geoden-Kunstwerk soll typischerweise transparent sein, eine einfarbige Schale hingegen nicht.
Typische Belastungsniveaus fürEpoxidharzpigmentDie empfohlene Dosierung liegt bei 0,5 bis 5 Gew.-% für Perlglanz- und Metallic-Pigmente und bei 5 bis 15 Gew.-% für nachleuchtende Pigmente, bei denen die Photolumineszenzintensität von Bedeutung ist. Eine zu hohe Dosierung von Perlglanzpigmenten kann die Ausrichtung der Pigmente beeinträchtigen und den Effekt trüben – in transparenten Systemen ist mehr nicht immer besser.
Die Dispersionstechnik ist entscheidend. Die beste Dispersionsgleichmäßigkeit erzielt man, wenn man das Pigmentpulver direkt dem Harz (Komponente A) hinzufügt und gründlich vermischt, bevor man es mit dem Härter (Komponente B) kombiniert. Bei dichteren Pulvern oder gröberen Flocken kann es hilfreich sein, vor der vollständigen Einarbeitung eine kleine Menge Harz zu einer Paste zu vermischen.
Glimmer- und Perlglanzplättchen sind plättchenförmig und richten sich in Umgebungen mit geringer Scherung parallel zur Substratoberfläche aus. Dies ist mit ein Grund für die starke Lichtreflexion in dünnen Schichten. In dickeren Schichten mit stärkerer Harzbewegung (Wärmekonvektion) wird die Ausrichtung zufälliger, wodurch die Schimmerintensität abnimmt. Dies ist ein physikalisches Verhalten der Plättchengeometrie und kein Qualitätsmangel.
In der Praxis empfiehlt es sich, Glitzer und größere Flocken zuletzt hinzuzufügen und nur minimal einzurühren, um ihre Form und Schwimmfähigkeit zu erhalten. Zu starkes Rühren führt zum Zusammenfallen der Schwebstoffverteilung und vorzeitigem Absetzen.
Für jemanden, der mitHarzkunstpigmenteBei unterschiedlichsten Projekttypen hängt die Entscheidung in der Regel von der beabsichtigten Wirkung ab:
Wenn Sie Pigmente für die Serienproduktion (und nicht nur für einmalige künstlerische Anwendungen) herstellen oder beschaffen, sind oberflächenbehandelte Glimmerpigmente der sicherste Ausgangspunkt – sie bieten eine breite Kompatibilität, eine vorhersehbare Dispersion, keine Probleme mit Aminreaktionen und kein Ausbluten. Darauf aufbauend lassen sich Spezialeffekte wie holografische oder farbwechselnde Pigmente als Akzentpigmente hinzufügen.
Für Anwendungen im Außenbereich oder bei UV-Strahlung (z. B. Gartentische, Kunsttafeln für den Außenbereich) sollten ausschließlich UV-stabile Pigmente verwendet und mit einer UV-beständigen Deckschicht kombiniert werden. Die Pigmentauswahl allein kann die Vergilbung des Harzes nicht ausgleichen, aber die Verwendung anorganischer Pigmente sorgt dafür, dass der Farbeffekt zumindest nicht schneller verblasst als der Untergrund.
Eine Einschränkung besteht darin, dass Pigmente mit sehr feiner Partikelgröße (unter 10 µm) bei höheren Dosierungen in ansonsten wasserklaren Harzen mitunter eine leichte Trübung verursachen können. Es ist daher üblich, vor der Festlegung einer Formulierung eigene Transparenzprüfungen bei den angestrebten Dosierungen durchzuführen.
Für die meisten dekorativen Bastelarbeiten – Schmuck, Tischplatten, Wandpaneele, Wohnaccessoires – ist die Pigmentverträglichkeit mit handelsüblichen Künstler-Epoxidharzsystemen in der Regel unkompliziert. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind die Füllmenge, das Mischverfahren und die Gießtiefe.
Kann ich verschiedene Pigmentarten im selben Guss mischen?
Ja, in den meisten Fällen. Glimmer-Perlglanzpigmente, Glitzer und holografische Pigmente können im selben Harz ohne chemische Reaktion koexistieren. Die Mischeffekte sind daher eher eine Frage des visuellen Designs als der Chemie. Ein praktischer Hinweis: Wenn Sie ein Leuchtpigment mit einer stark pigmentierten Basisfarbe kombinieren, blockiert die deckende Basisfarbe die Photolumineszenz. Verwenden Sie Leuchtpigmente daher in klaren oder leicht getönten Systemen.
Warum sinken manche Pigmente während des Aushärtens auf den Boden?
Das Absetzen von Partikeln hängt von der Partikeldichte und -größe im Verhältnis zur Harzviskosität ab. Größere, dichtere Partikel (z. B. grobe Aluminiumflocken, schwerer Glitzer) setzen sich in niedrigviskosen Systemen schneller ab. Die Verwendung eines Harzes mit etwas höherer Viskosität, die Zugabe von Pigmenten nahe dem Gelpunkt oder mehrere dünne Gießvorgänge können dem entgegenwirken. Manche Absetzeffekte werden auch gezielt in Farbverlaufs- oder Schichttechniken eingesetzt.
Sind diese Pigmente unbedenklich für Lebensmittelkontaktgegenstände aus Harz wie Schneidebretter oder Serviertabletts?
Dies hängt von der jeweiligen Pigmentqualität und den für Ihren Markt geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Viele Pigmente auf Glimmerbasis verwenden dieselben Rohstoffe, die für kosmetische Zwecke zugelassen sind. Die Lebensmittelkonformität von ausgehärteten Harzprodukten hängt jedoch sowohl vom Harzsystem als auch von allen darin enthaltenen Zusatzstoffen ab. Benötigen Sie eine Zertifizierung für den Lebensmittelkontakt, muss dies auf Ebene des fertigen Produkts anhand entsprechender regulatorischer Dokumente geprüft werden – eine Beurteilung allein anhand der Pigmentart ist nicht möglich.
Worin besteht der Unterschied zwischen der Verwendung von Glimmerpulver und Alkohol-Tinte in Harz?
Alkoholtinten sind Farbstofflösungen, die verlaufen, zwischen den Schichten wandern und unter UV-Licht schneller verblassen können. Glimmerpulver hingegen sind feste Partikel, die an der Dispersionsstelle bleiben, nicht verlaufen und ihre optische Wirkung langfristig beibehalten. Für professionelle Anwendungen oder Anwendungen im Produktionsmaßstab, bei denen Konsistenz und Haltbarkeit entscheidend sind, sind Glimmer- und Spezialpigmentpulver die zuverlässigere Wahl. Alkoholtinten sind aufgrund ihrer flüssigen Konsistenz im Hobbybereich beliebt, bringen aber Variablen mit sich, die sich bei der Verwendung in großem Maßstab schwerer kontrollieren lassen.
Wenn Sie Pigmentoptionen für die Harzkunstproduktion evaluieren oder eine neue Produktlinie entwickeln, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, um spezifische Anwendungsanforderungen zu besprechen, Mustermengen zum Testen bereitzustellen und technische Datenblätter zur Kompatibilitätsprüfung anzubieten.
Kontaktieren Sie uns unter:contact@kolortek.com
Bei Kontaktaufnahme ist es hilfreich, den Harzsystemtyp, den angestrebten Effekt, die Gießtiefe oder Geometrie sowie alle regulatorischen Anforderungen anzugeben – so können wir Sie ohne unnötiges Hin und Her auf die relevanteste Pigmentserie hinweisen.