

Die Verarbeitung von Harz und Epoxidharz hat sich von einem Nischenhobby zu einem bedeutenden Marktsegment entwickelt, das Kunst, Dekoration, Gebrauchsgegenstände und Kleinserienfertigung umfasst. Ob Flusstische, Schmuck, dekorative Untersetzer oder Klarlackierungen – Kunsthandwerker und Hersteller arbeiten mit transparenten oder halbtransparenten Polymersystemen, die durch chemische Reaktion aushärten. Diese Systeme bieten einzigartige Möglichkeiten und Herausforderungen für die Pigmentierung.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Lack- oder Beschichtungsanwendungen erfordert die Verarbeitung von Harzen typischerweise eine geringere Viskosität beim Anmischen, eine präzise Aushärtungschemie und die Erwartung optischer Klarheit oder kontrollierter Transparenz. Perlglanzpigmente sind hier besonders wertvoll, da sie Tiefe, Irisieren und visuelle Komplexität erzeugen, ohne die Lichtdurchlässigkeit vollständig zu blockieren. Die Herausforderung besteht darin, diese Pigmente so einzuarbeiten, dass die Aushärtungszeiten nicht beeinträchtigt werden, keine Agglomeration entsteht und die optischen Effekte, die Perlglanzmaterialien überhaupt erst begehrenswert machen, nicht verloren gehen.
Diese Seite befasst sich mit den praktischen Überlegungen zur Auswahl und Verwendung von Perlglanzpigmenten für Epoxid- und Harzprojekte, wobei besonderes Augenmerk auf das Formulierungsverhalten, die Partikeleigenschaften und realistische Anwendungsergebnisse gelegt wird.
Epoxidharze und UV-härtende Polyesterharzsysteme sind im Allgemeinen transparent oder leicht getönt. Werden Perlglanzpigmente in diese Materialien eingearbeitet, kann Licht die Harzmatrix durchdringen und mehrfach mit den Pigmentplättchen interagieren. Dadurch entstehen der charakteristische Schimmer, die Farbverläufe und die plastische Wirkung, die Perlglanzeffekte so attraktiv machen.
Perlglanzpigmente bestehen typischerweise aus Glimmerplättchen, die mit Metalloxiden wie Titandioxid, Eisenoxid oder in manchen Fällen mit synthetischen Substraten wie Borosilikatglas oder Quarzglas beschichtet sind. Diese Plättchen richten sich im Harz während des Fließens und Aushärtens aus und reflektieren und brechen das Licht, wodurch Interferenzfarben entstehen.
Zu den wichtigsten Vorteilen bei Harzanwendungen gehören:
Perlglanzpigmente weisen im Vergleich zu flüssigem Harz eine relativ hohe Dichte auf. Bei unzureichender Durchmischung oder zu hoher Pigmentmenge können sich die Pigmentplättchen absetzen, bevor das Harz geliert. Dies kann zu einer ungleichmäßigen Farbverteilung oder einer Pigmentkonzentration am Formboden führen.
Techniken, um dies zu bewältigen:
Glimmerplättchen können verklumpen, wenn sie nicht ausreichend dispergiert werden, insbesondere in Umgebungen mit geringer Scherkraft, wie sie typischerweise bei Harzprojekten im kleinen Maßstab vorkommen. Diese Klumpen erscheinen als sichtbare Flocken oder dunkle Flecken und beeinträchtigen den gleichmäßigen Perlglanzeffekt.
Minderungsstrategien:
Die Schönheit von Perlglanzpigmenten in Epoxidharzen liegt in der richtigen Balance. Zu wenig Pigment führt zu einer unzureichenden Farbwirkung; zu viel beeinträchtigt die Transparenz und kann ein kreidiges oder mattes Aussehen erzeugen. Der ideale Dosierungsbereich hängt von der Partikelgröße, der Deckkraft des Pigments und dem gewünschten Effekt ab.
| Gewünschter Effekt | Typischer Ladebereich | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Subtiler Schimmer bei hoher Klarheit | 0,1–0,5 % | Ideal für Klarlackierungen und transparente Schichten |
| Mäßiger Perleffekt | 0,5–2 % | Am häufigsten verwendet für dekorative Kunstharzprodukte und Schmuck |
| Intensive Farbe und Deckkraft | 2–5 % | Wird für Flusstischfüllungen verwendet, kühne künstlerische Effekte |
| Undurchsichtiges, metallisches Aussehen | 5–10 % | Sieht fast aus wie Metallic-Lack; die Klarheit ist verloren gegangen. |
Die meisten Perlglanzpigmente sind chemisch inert und beeinträchtigen weder die Aushärtung von Epoxid-Aminen noch UV-Photoinitiatoren oder Polyester-MEKP-Katalysatoren. Bestimmte Faktoren können die Aushärtung jedoch dennoch beeinflussen:
Diese Pigmente erzeugen einen neutralen Perlglanz, der von hellem Silber bis zu sanftem Satin reicht. Beschichtet mit Titandioxid, bieten sie eine starke Reflexion ohne Farbveränderung. Häufige Anwendungsgebiete:
Die Partikelgröße liegt typischerweise zwischen 10 und 60 Mikrometern. Feinere Partikel sorgen für glattere, seidenmatte Oberflächen; größere Partikel erzeugen einen ausgeprägten Glanz.
Interferenzpigmente zeigen Farben, die sich mit dem Betrachtungswinkel ändern. Die Farbe entsteht durch optische Interferenz dünner Metalloxidschichten, nicht durch Absorption. Gängige Interferenzfarben sind Grün-Rot, Blau-Violett und Gold-Kupfer.
In transparentem Harz erzeugen Interferenzpigmente Tiefe und Bewegung. Der Farbwechsel ist am deutlichsten sichtbar, wenn das Harz dick genug ist (typischerweise 5 mm oder mehr), um verschiedene Betrachtungswinkel zu ermöglichen. Diese Pigmente eignen sich gut für:
Goldfarbene Perlglanzpigmente nutzen Eisenoxidbeschichtungen, um warme, metallische Farbtöne von hellem Champagner bis zu tiefem Bronze zu erzeugen. Sie sind besonders beliebt für die Gestaltung von Flusstischen, da der warme Ton die Holzmaserung harmonisch ergänzt.
Im Gegensatz zu echten Metallpigmenten (Aluminium- oder Kupferflocken) behalten perlmuttartige Goldtöne eine gewisse Transparenz und oxidieren oder laufen nicht an.
Mehrfarbige Pigmente kombinieren mehrere Beschichtungsschichten oder unterschiedliche Trägermaterialien, um komplexe, polychromatische Effekte zu erzeugen. Beispiele hierfür sind Pigmente, die zwischen Blau, Violett und Gold oder zwischen Grün, Türkis und Bronze changieren.
Diese Produkte sind für eine hohe visuelle Wirkung konzipiert und werden typischerweise bei mittleren bis hohen Dosierungen eingesetzt. Anwendungsbereiche sind unter anderem ausdrucksstarke Kunstwerke, individuell gestaltete Harzwürfel und dekorative Einbettungen.
Perlglanzpigmente auf Borosilikatbasis verwenden synthetische Glasflocken anstelle von Glimmer. Sie bieten folgende Vorteile:
Diese Pigmente eignen sich hervorragend für Epoxidsysteme, die in anspruchsvollen Umgebungen eingesetzt werden, wie z. B. Bartheken, Arbeitsplatten oder Gartenmöbel.
Chamäleonpigmente ermöglichen extreme Farbverläufe über mehrere Farbtöne hinweg, abhängig vom Betrachtungswinkel. Sie basieren auf mehrschichtigen Interferenzbeschichtungen oder Flüssigkristalltechnologie. Typische Farbveränderungen sind:
Hierbei handelt es sich um Spezialpigmente, die oft sparsam eingesetzt werden, um klare Harzgüsse zu akzentuieren oder Fokusbereiche zu schaffen. Die Dosierung liegt typischerweise bei 1–3 %, um den gewünschten Effekt ohne übermäßige Deckkraft zu erzielen.
Die Wahl des Pigments hängt von den Projektzielen, der Harzart und dem gewünschten visuellen Effekt ab. Die folgende Tabelle fasst die praktischen Auswahlkriterien zusammen:
| Visuelles Ziel | Empfohlener Pigmenttyp | Partikelgrößenbereich | Typische Beladung |
|---|---|---|---|
| Subtiler Schimmer, hohe Transparenz | Silberweiß, feine Qualität | 10–25 µm | 0,2–0,8 % |
| Metallisches Gold oder Bronze | Gold-Serie | 20–60 µm | 1–3 % |
| Farbverschiebung mit zunehmender Tiefe | Interferenz oder Chamäleon | 15–40 µm | 1–4 % |
| Helles, sattes Perlmutt | Mehrfarbige Serie | 20–50 µm | 2–5 % |
| Witterungsbeständigkeit | Borosilikat- oder TiO₂-beschichteter Glimmer | 15–45 µm | 1–3 % |
| Undurchsichtige Metallic-Lackierung | Metal Luster Serie | 20–80 µm | 5–10 % |
Eine der beliebtesten Anwendungen von Perlglanzpigmenten in Epoxidharz ist das Füllen von Hohlräumen, Rissen oder Kanälen in naturbelassenen Holzplatten. Der durch das Holz fließende Harzstrang kann pigmentiert werden, um Wasser, Mineraladern oder abstrakte künstlerische Effekte zu simulieren.
Typisches Vorgehen:
Gold- und Bronzepigmente werden häufig verwendet, um warme Holztöne zu ergänzen und so ein harmonisches, elegantes Erscheinungsbild zu schaffen.
Schmuck aus Kunstharz profitiert von den leichten, anlaufbeständigen Eigenschaften perlmuttartiger Pigmente. Da die Stücke klein sind und oft aus der Nähe betrachtet werden, sind die Pigmentauswahl und die Dispersionsqualität entscheidend.
Empfehlungen:
Chamäleonfarbene Pigmente sind besonders beliebt bei Ohrringen und Anhängern aus Kunstharz, wo die Lichtinteraktion für ein dynamisches visuelles Interesse sorgt.
Künstler, die mit Harz auf Leinwand, Holzplatten oder Acrylglas arbeiten, verwenden häufig Perlglanzpigmente, um abstrakten Kompositionen Bewegung und Komplexität zu verleihen. Zu den Techniken gehören:
Interferenz- und Mehrfarbenpigmente eignen sich hervorragend für diese Anwendungen, da die große Betrachtungsfläche und die unterschiedlichen Lichtverhältnisse es ermöglichen, die Farbverschiebungen voll zu erfassen.
Epoxidharz wird zunehmend für strapazierfähige, dekorative Oberflächen in Wohn- und Gewerbeimmobilien eingesetzt. Perlglanzpigmente können entweder in die Grundierung eingearbeitet oder dem Harz beigemischt werden, um ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu erzielen.
Überlegungen:
Kleinserienhersteller und Hobbykünstler fertigen Untersetzer, Tabletts und Organizer aus Kunstharz mit eingearbeiteten Pigmenten, Trockenblumen oder anderen Einschlüssen. Perlmuttfarben sorgen für ein edles, hochwertiges Aussehen, ohne dass eine zusätzliche Oberflächenverzierung nötig ist.
Silberweiße und goldene Pigmente sind gängige Wahlmöglichkeiten und werden oft in einer Konzentration von 0,5–1,5 % verwendet, um einen dezenten Hintergrundschimmer zu erzeugen, der andere eingebettete Materialien hervorhebt.
Perlmuttartige Plättchen richten sich beim Harzfluss aus. Bei dünnen Schichten oder beim Gießen aus einer gewissen Höhe neigen die Plättchen dazu, sich parallel zur Oberfläche auszurichten, wodurch die Reflexion maximiert wird. Bei dicken, statischen Schichten ist die Ausrichtung eher zufällig.
Zur Steuerung der Ausrichtung:
Perlglanzpigmente lassen sich mit transparenten Harzfarbstoffen oder flüssigen Farbmitteln kombinieren, um komplexe Effekte zu erzielen. Zum Beispiel:
Beim Mischen zuerst den Farbstoff hinzufügen, gründlich verrühren und anschließend das Pigment dazugeben. Dies gewährleistet eine gleichmäßige Farbverteilung und verhindert, dass sich das Pigment in Bereichen mit hoher Farbkonzentration verklumpt.
Kolortek produziert seit 2002 Effektpigmente und legt dabei Wert auf gleichbleibende Qualität, ein breites Farbspektrum und praxisorientierten technischen Support. Die Perlglanzpigmente des Unternehmens finden Anwendung in Industrielacken, Kunststoffen, Kosmetika und zunehmend auch in Kunst- und Künstlerharzen.
Wichtigste Vorteile für Harzformulierer und Kunsthandwerker:
Für Harzkünstler, kleine Hersteller und industrielle Formulierer reduziert die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Pigmentlieferanten das Ausprobieren, verbessert die Produktkonsistenz und erweitert die kreativen Möglichkeiten.
Kolortek bietet Musterpakete und detaillierte technische Datenblätter für alle Perlglanzpigmentserien an. Ob Sie eine neue Produktlinie entwickeln oder kreative Harztechniken erforschen möchten, kontaktieren Sie das Kolortek-Team für:
Kontaktieren Sie Kolortek direkt über die Website oder wenden Sie sich an Ihren regionalen Vertriebspartner, um umgehend technische Unterstützung zu erhalten.
Ja, mehrere Pigmente lassen sich mischen, um individuelle Farben oder Schichteffekte zu erzielen. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Interferenz- oder Chamäleonpigmente mit deckenden Perlglanzpigmenten kombiniert werden – dies kann den Farbwechseleffekt beeinträchtigen. Für optimale Ergebnisse sollten Kombinationen zunächst in kleinen Mengen getestet werden. Das Schichten verschieden pigmentierter Harze in separaten Güssen führt oft zu deutlicheren und kontrollierteren visuellen Effekten als das Mischen von Pigmenten.
Das Absetzen von Perlglanzpigmenten ist darauf zurückzuführen, dass diese eine höhere Dichte als flüssiges Harz aufweisen. Um das Absetzen zu minimieren, verwenden Sie Pigmente mit feinerer Partikelgröße, arbeiten Sie mit etwas höher viskosem Harz, mischen Sie das Harz unmittelbar vor dem Gießen gründlich und vermeiden Sie zu dünne Harzschichten. Bei sehr tiefen Güssen empfiehlt es sich, in mehreren Schichten zu gießen und jede Schicht vor dem Auftragen der nächsten teilweise gelieren zu lassen. Dadurch bleiben die Pigmente in Suspension, während das Harz eindickt.
Bei normalen Pigmentkonzentrationen (unter 5 %) beeinflussen Perlglanzpigmente die Aushärtungszeit und die Endhärte nicht wesentlich. Sehr hohe Pigmentkonzentrationen oder Feuchtigkeit in den Pigmenten können jedoch die Aushärtungszeit verlängern oder die Vernetzungsdichte verringern. Pigmente sollten stets trocken gelagert und bei der Verwendung neuer Pigmente oder hoher Konzentrationen Testhärtungen durchgeführt werden.
Kosmetische Pigmente werden mitunter mit Ölen oder anderen Zusätzen oberflächenbehandelt, um das Hautgefühl und die Mischbarkeit zu verbessern. Diese Behandlungen können die Aushärtung von Epoxidharzen beeinträchtigen oder zu Trübungen führen. Für strukturelle oder funktionelle Epoxidharz-Anwendungen sollten Pigmente verwendet werden, die für Beschichtungen oder Industriekunststoffe spezifiziert sind. Für dekorative, nicht-strukturelle Bastelprojekte können kosmetische Pigmente zwar verwendet werden, sollten aber vorher getestet werden.
Pigmente auf Glimmerbasis bestehen aus natürlichen oder synthetischen Glimmerplättchen, die mit Metalloxiden beschichtet sind. Sie sind kostengünstig, weit verbreitet und bieten eine hervorragende Farbauswahl. Pigmente auf Borosilikatbasis verwenden synthetische Glasflocken als Trägermaterial. Sie zeichnen sich durch höhere Leuchtkraft, bessere Chemikalienbeständigkeit und eine etwas geringere Dichte (weniger Absetzen) aus. Borosilikatpigmente werden bevorzugt für anspruchsvolle Anwendungen wie Arbeitsplatten oder Außeninstallationen eingesetzt, während Glimmerpigmente für die meisten dekorativen Kunstharzprojekte geeignet sind.
Luftblasen entstehen typischerweise beim Mischen, nicht durch das Pigment selbst. Um die Blasenbildung zu reduzieren: Mischen Sie langsam und vorsichtig, vermeiden Sie schnelles Schlagen oder Rühren, lassen Sie das Harzgemisch einige Minuten ruhen, damit die Blasen aufsteigen können, und entfernen Sie nach dem Eingießen eventuell vorhandene Oberflächenblasen mit einem Heißluftfön oder einem Propangasbrenner. Das Vordispergieren des Pigments in einer kleinen Menge Harz vor der Zugabe zur Hauptmischung kann die Mischzeit ebenfalls verkürzen.