

Perlglanzpigmente für Harze werden häufig in Epoxidharzsystemen eingesetzt, um schimmernde, metallische und changierende Oberflächen zu erzeugen. Diese Trockenpulver- und Pastenpigmente werden direkt in Epoxidharzformulierungen eingearbeitet und verleihen den Oberflächen eine visuelle Tiefe, die mit herkömmlichen Farbmitteln nicht zu erreichen ist. Von gegossenen Epoxidharzböden bis hin zu Arbeitsplatten – Perlglanzpigmente für Epoxidharze sind überall dort Standard, wo dekorative Harzarbeiten ein edles und wirkungsvolles Erscheinungsbild erfordern.
Epoxidharz ist ein besonders vielseitiger Träger für Effektpigmente. Seine Transparenz und sein selbstnivellierendes Verhalten ermöglichen es den Perlglanzplättchen, sich während des Aushärtens auf natürliche Weise auszurichten, wodurch eine glatte, reflektierende Oberfläche entsteht, die die optische Wirkung des Pigments verstärkt.
Die drei aktivsten Anwendungsgebiete sind:
Perlglanzpigmente bestehen aus plättchenförmigen Partikeln – typischerweise Glimmersubstraten, die mit Metalloxiden wie Titandioxid oder Eisenoxid beschichtet sind. In einer transparenten oder halbtransparenten Epoxidmatrix eingebettet, richten sich diese Plättchen während der Aushärtung parallel zur Substratoberfläche aus. Das in das ausgehärtete Harz eindringende Licht wird an jeder Plättchenschicht gebrochen und reflektiert, wodurch der charakteristische Perlglanz und metallische Schimmer entsteht.
In der Praxis hängt das visuelle Ergebnis maßgeblich von zwei Faktoren ab: der Ausrichtung der Pigmentpartikel und der optischen Klarheit des Harzes selbst. Trübe oder stark gefüllte Systeme beeinträchtigen den Effekt. Eine saubere, transparente oder transluzente Epoxidbasis liefert die besten Ergebnisse.
Farbwechselnde oder chamäleonartige Varianten erzielen ihre winkelabhängige Farbänderung durch Interferenzerscheinungen zwischen mehreren Oxidschichten. Diese funktionieren besonders gut in gegossenem Epoxidharz, da die Materialtiefe es ermöglicht, den Effekt gleichzeitig aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Nicht alle Perlglanzpigmente eignen sich gleichermaßen für Epoxidharze. Die Auswahl sollte sich nach dem gewünschten optischen Ergebnis, den Aushärtungsbedingungen und der Endanwendung richten. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Produktkategorien für Epoxidharzarbeiten:
| Pigmentserie | Visueller Effekt | Optimale Passform in Epoxidharz |
|---|---|---|
| Silver White Serie (KT-100 / KT-7100) | Reinweiße Perle, sanfter Schimmer | Neutrale Basis für Böden und Arbeitsplatten; passt gut zu Farbstoffen. |
| Interferenzserie (KT-200 / KT-7200) | Transparenter Farbblitz auf dunklem Hintergrund | Künstlerische Güsse, Marmoreffekte, dunkle Epoxidharzschichten |
| Gold-Serie (KT-300 / KT-7300) | Warme Goldtöne, seidenmatter Glanz | Dekorative Arbeitsplatten, hochwertige Bodenbeläge |
| Metal Luster Serie (KT-500 / KT-7500) | Starker metallischer Glanz | Industrieböden, kräftige Metallic-Decklacke |
| Mehrfarbige / Zweifarbige Serie (KT-6000 / KT-7000 / KT-67000) | Farbwechsel aus verschiedenen Blickwinkeln, lebendige Farbkombinationen | Künstlerisch gestaltete Fußböden, ausdrucksstarke Arbeitsplatten |
| Borosilikat-Serie (KT-8000) | Hohe Brillanz, glasartiger Glanz | Hochwertige dekorative Oberflächen, Kunstharz in Kosmetikqualität |
| Chameleon / Chromashift-Serie | Starker, kantiger Farbwechsel | Gussformen, tiefe Epoxidharzplatten, künstlerische Arbeiten |
| Metallische Glanzpaste (lösungsmittelbasiert) | Gebrauchsfertiger metallischer Glanz | Direkte Zugabe zu Epoxidharz Teil A; reduziert die Staubbelastung |
Die lösemittelbasierte Metallpaste verdient besondere Erwähnung. Sie ist speziell für die direkte Zugabe zu Epoxidharzbauteilen konzipiert und vermeidet so die Staub- und Benetzungsprobleme, die bei trockenem Pulver in Werkstattumgebungen mitunter auftreten.
Witterungs- und UV-Beständigkeit
Bei Epoxidharz-Anwendungen im Außenbereich – wie z. B. auf freiliegenden Fußböden, Fassaden oder Arbeitsplatten – ist die Pigmentauswahl von entscheidender Bedeutung. Perlglanzpigmente auf Basis von Rutil-Titandioxid bieten eine bessere UV-Beständigkeit als Varianten mit Anatasbeschichtung. Rutilbeschichtete Produkte sind die optimale Wahl für alle Anwendungen, die einer längeren Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Wird dieser Unterschied nicht beachtet, kann es mit der Zeit zu vorzeitigem Vergilben oder einem Nachlassen des Farbeffekts kommen.
Absetzen in flüssigem Epoxidharz
Perlglanzpigmentflocken sind dichter als die meisten flüssigen Epoxidsysteme, insbesondere in niedrigviskosen Formulierungen. Absetzen während der Verarbeitungszeit ist ein ernstzunehmendes Problem, vor allem bei größeren Partikelgrößen. Eine praktische Lösung besteht darin, den Gesamtfeststoffgehalt der Mischung zu erhöhen. Alternativ kann ein geeignetes Antisedimentationsmittel hinzugefügt werden. In jedem Fall muss dieses Problem bereits bei der Formulierung berücksichtigt werden – nicht erst, nachdem sich das Pigment am Boden des Gießgefäßes abgesetzt hat.
Chemische Kompatibilität
Standardmäßige, auf Glimmer basierende Perlglanzpigmente sind im Allgemeinen sowohl mit amin- als auch mit anhydridhärtenden Epoxidharzsystemen kompatibel. Allerdings können einige Spezialbeschichtungen oder UV-härtende Epoxidharzsysteme Verlaufsmittel, Entschäumer oder Weichmacher enthalten, die die Pigmentausrichtung beeinträchtigen. Diese sollten vor Produktionsbeginn in Testchargen geprüft werden.
Dispersion
Der häufigste Verarbeitungsfehler bei Epoxidharz-Perlglanzpigmenten ist zu intensives Mischen. Perlglanzpigmentflocken sind mechanisch empfindlich. Mischen mit hoher Scherkraft – beispielsweise in Kugelmühlen oder Hochgeschwindigkeits-Dispergiermaschinen über längere Zeiträume – zerbricht die Plättchen in kleinere Fragmente. Diese kleineren Fragmente streuen das Licht weniger effizient, was zu einem deutlich matteren, undurchsichtigeren Erscheinungsbild anstelle des erwarteten metallischen oder Perlglanzeffekts führt.
Die richtige Vorgehensweise ist vorsichtiges Umrühren von Hand oder langsames maschinelles Mischen. Geben Sie zuerst das Pigment zur Harzkomponente (Komponente A) und mischen Sie vorsichtig, bis es gleichmäßig verteilt ist. Geben Sie dann den Härter (Komponente B) hinzu und vermengen Sie alles sorgfältig. Dadurch bleiben die Flocken intakt und die Farbwirkung des Pigments erhalten.
Pigmentausrichtung bei Spritz- oder Walzenbeschichtungen
Bei Gieß- oder Gießsystemen erfolgt die Ausrichtung in der Regel auf natürliche Weise durch die Selbstnivellierung und Aushärtung des Harzes. Bei gespritzten oder gerollten Epoxidbeschichtungen ist der Prozess kontrollierter und variabler. Wichtige Punkte aus der Formulierungspraxis:
Farbmischungs- und Überblendeffekte
Perlglanzpigmente lassen sich mit transparenten Farbstoffen oder organischen Pigmenten mischen, um die Grundfarbe zu verändern und gleichzeitig den Glanz zu erhalten. Dies ist gängige Praxis bei farbigen Marmoreffekten oder getönten Epoxidharzböden. Die Zugabe einer kleinen Menge Ruß vertieft den Hintergrund und verstärkt den Kontrast des Metallic-Effekts. So entsteht ein silbergrauer Metallic-Effekt, der unter Lichteinfall besonders eindrucksvoll wirkt. Die Kombination mit Aluminiumpaste ergibt ein helleres, weißeres Metallic-Ergebnis, das sich für hochreflektierende Bodensysteme eignet.
Bei der Wahl zwischen Standard-Perlglanzqualitäten und höherwertigen Varianten müssen einige Kompromisse berücksichtigt werden:
| Pigmenttyp | Stärken | Einschränkungen |
|---|---|---|
| Standard Glimmer/TiO₂ Perlglanz | Kostengünstig, große Farbauswahl, leicht zu beschaffen | Mäßige UV-Beständigkeit (Anatas-Qualität), durchschnittliche Helligkeit |
| Rutil-TiO₂-beschichtetes Perlmutt | Bessere UV-/Witterungsbeständigkeit | Etwas teurer als Anatas-Sorten |
| Eisenoxid-beschichtet (Gold-/Bronzetöne) | Kräftige, warme Metallic-Töne, gute Stabilität | Beschränkt auf warme Farbtöne |
| Borosilikat (Glasflockenbasis) | Außergewöhnliche Brillanz und Klarheit | Höhere Kosten; empfindlicher beim Mischen |
| Chamäleon / Farbwechsel | Dramatischer, kantiger Farbwechsel, einzigartige Ästhetik | Höhere Kosten; erfordert dunklen oder neutralen Hintergrund für korrekte Lesbarkeit |
| Lösungsmittelbasierte Metallpaste | Vordispergiert, einfache Zugabe, reduziert Staub | Der Lösungsmittelgehalt muss mit dem Härtungssystem kompatibel sein. |
Die übliche Beladung für dekorative Epoxidharzböden liegt bei 1–5 Gew.-% bezogen auf die gesamte Harzmischung. Geringere Beladungen (1–2 %) erzeugen einen dezenten Schimmereffekt; höhere Beladungen (3–5 %) führen zu einem dichteren, metallischen oder perlmuttartigen Erscheinungsbild. Eine Beladung über 5 % verbessert das optische Ergebnis selten und kann die mechanischen Eigenschaften des ausgehärteten Films beeinträchtigen. Führen Sie daher immer einen Probeguss mit der gewünschten Beladung durch, bevor Sie sich für ein komplettes Bodensystem entscheiden.
Die beiden wahrscheinlichsten Ursachen sind Flockenbruch durch zu langes Mischen oder eine ungleichmäßige Pigmentausrichtung während der Aushärtung. Bei Verwendung eines Hochgeschwindigkeitsmischers oder zu langer Mischzeit können die Plättchenpartikel beschädigt worden sein. Ist der Effekt fleckig statt gleichmäßig matt, deutet dies eher auf Fleckenbildung durch inkompatible Additive oder ein verunreinigtes Substrat hin. Prüfen Sie das Substrat auf Ölreste, Silikonverunreinigungen oder Feuchtigkeit – all dies beeinträchtigt die Ablagerung der Perlglanzflocken während der Aushärtung.
Ja, aber mit Vorsicht. Standardmäßige, auf Glimmer basierende Perlglanzpigmente sind im Allgemeinen mit UV-härtenden Epoxid- und Beschichtungssystemen kompatibel. Zu beachten ist, dass eine höhere Pigmentbeladung in UV-härtenden Formulierungen die UV-Eindringtiefe verringern und bei dickeren Schichten zu unvollständiger Aushärtung führen kann. Halten Sie die Beladung moderat und überprüfen Sie die vollständige Aushärtung mit einem Härte- oder Haftfestigkeitstest. Borosilikatbasierte Pigmente beeinträchtigen aufgrund ihrer glasartigen Transparenz die UV-Transmission tendenziell weniger als opakere Pigmenttypen.
Die chemische Zusammensetzung ist ähnlich – Glimmer, beschichtet mit Titandioxid oder Eisenoxid –, jedoch sind nicht alle Qualitäten austauschbar. Pigmente in Kosmetikqualität werden unter strengeren Reinheits- und Schwermetallanforderungen hergestellt. Industrielle Qualitäten für Beschichtungen oder Bodensysteme können unterschiedliche Oberflächenbehandlungen aufweisen, die für die Benetzung in Harz- oder Lösemittelsystemen optimiert sind. Bei der Verwendung von Perlglanzpulver für Epoxidharze in Anwendungen, bei denen Hautkontakt möglich ist (z. B. Schmuckharz), sollte sichergestellt werden, dass die Qualität für den vorgesehenen Zweck zertifiziert ist. Kolortek bietet sowohl industrielle als auch kosmetische Qualitäten an.
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Wenn Sie ein Epoxidharz-Boden-, Arbeitsplatten- oder Beschichtungssystem entwickeln und Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Perlglanzpigments, der Kompatibilitätsprüfung oder beim Zugriff auf Formulierungsrichtlinien benötigen, steht Ihnen unser technisches Team direkt zur Seite. Technische Datenblätter (TDS), Sicherheitsdatenblätter (MSDS), Analysezertifikate (COA) und Mustersätze sind auf Anfrage erhältlich.
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